Das Zeitalter des BAROCK

„Die Ihr auff der kummerreichen Welt
Verschrenckt mit Weh` und Ach und duerren Todtenbeinen.
Mich sucht wo alles bricht und felt
Wo sich Eu`r ichts in nichts verkehrt und eure Lust in herbes Weinen!

Ihr Blinden! Ach! Wo denckt jhr mich zu finden!
Die jhr vor mich was brechen muß und schwinden
Die jhr vor Wahrheit nichts als falsche Traeum` erwischt!
Und bey den Pfuetzen euch an stat der Quel erfrischt!
Ein Irrlicht ists was Euch O Sterbliche! Verfuehret
Ein thoericht Rasen das den Sinn beruehret.“

Aus: Andreas Gryphius: Catharina von Georgien

Das Barockzeitalter entfaltet eine Kultur der Gegensätze:
Absolutistische Prachtentfaltung steht menschlicher Todeserfahrung in Krieg und Verfolgung gegenüber.
Die irdische Welt erweist sich als Trug und Schein, Wirklichkeit kommt allein dem Jenseits zu.
Im Motiv des Welttheaters vereinen sich Weltlust und Weltflucht.
Die Himmlischen Mächte greifen in das Spiel des Lebens ein, versinnbildlichen die Vergänglichkeit der dargestellten weltlichen Herrlichkeit. Sie rufen den Tod in Erinnerung und sind Ausdruck menschlicher Erlösungssehnsucht und Ewigkeitshoffnung.